Diagnostik & Therapie

Übersicht

Prinzipien der neuropsychiatrischen Diagnostik und Therapie.

Seit über hundert Jahren gehen die Neurologie und die Psychiatrie weitgehend getrennte Wege. Die Neurologie auf der einen Seite beschäftigt sich primär mit organisch nachweisbaren Erkrankungen des Gehirns wie z. B. Entzündungen, Infektionen, Stoffwechselstörungen, Blutungen oder Tumoren. Die Psychiatrie auf der anderen Seite konzentriert sich auf "psychische" Symptome und versucht diese vom Gehirn losgelöst zu verstehen und zu behandeln.

Die Fortschritte der (kognitiven) Neurowissenschaften ermöglichen es zunehmend, die neuronalen Fehlfunktionen bei Depressionen, Psychosen, Ängsten und Zwängen zu verstehen und die gewonnenen Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie zu nutzen.

Dies bedeutet aber nicht, dass die Neuropsychiatrie davon ausgeht, dass alle psychischen Störungen primär biologisch verursacht sind, sondern dass jedem psychischen Zustand ein neuronales Korrelat entspricht. Auch bedeutet Neuropsychiatrie nicht, dass keine psychotherapeutischen Methoden zum Einsatz kommen können. Denn auch psychologische Interventionen wirken auf neuronale Netzwerke und können damit Fehlfunktionen korrigieren.