Michael Fischer

 
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Als Schüler wollte ich Chemiker werden: die Farbe wechselnde Flüssigkeiten, rauchende Kolben, Destillierapparaturen etc. begeisterten mich. Als Student der physikalischen Chemie interessierten mich dann v.a. die Fragen nach der Natur der Materie und der Struktur des Kosmos. Zunehmend beschäftigten mich der Ursprung des Lebens, das Wesen des Bewusstseins und ich besuchte Vorlesungen zum Körper-Geist-Problem.

Trotz aller Begeisterung für die Grundlagenforschung entstand das Bedürfnis, einen Beruf zu erlernen, der näher am Leben ist. So beschloss ich, nach dem Abschluss des Chemiestudiums noch Medizin zu studieren, um Neurologe zu werden. Neben dem Medizinstudiums arbeitete ich in der neuropathologischen Forschung. Nach dem Staatsexamen fokussierte ich mich dann jedoch ganz auf die klinische Tätigkeit und war nicht mehr in der Forschung tätig. 

Während der Ausbildung zum Neurologen faszinierten mich weniger die neurologischen Erkrankungen an sich, als vielmehr die durch diese hervorgerufenen psychischen Symptome und kognitiven Defizite. Neben diesen organischen psychischen Störungen übten die “psychogenen” neurologischen Syndrome eine grosse Anziehungskraft aus. Um ein besseres Verständnis für die Psychodynamik zu erlangen, entschloss ich mich zu einer zusätzlichen Ausbildung zum Psychiater und Psychotherapeuten.

Obwohl es die Fortschritte der kognitiven Neurowissenschaften zunehmend erlauben, die neuronalen Korrelate von psychischen Störungen zu verstehen, gehen die Neurologie und die Psychiatrie im Alltag auch heute noch weitgehend getrennte Wege.

Das medizinische Fach, welches psychische Störungen im eigentlichen Sinne ganzheitlich behandelt, ist die Neuropsychiatrie: von den neuronalen Fehlfunktionen bis zum subjektiven Erleben im psychosozialen Kontext sollen alle Aspekte in Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden. Darauf wollte ich den Schwerpunkt meiner ärztlichen Tätigkeit legen und eröffnete nach den “Wanderjahren” in zahlreichen neurologischen und psychiatrischen Kliniken 2014 die erste Praxis für Neuropsychiatrie in der Schweiz:

 

Ein Schwerpunkt der Praxis für Neuropsychiatrie waren von Anfang an die Abklärung mit Neuromarkern und die Behandlung mit nicht-invasiven Neurostimulationsmethoden. Um diese Methoden noch mehr Patienten anbieten zu können, eröffnete 2019 in der Privatklinik Bethanien die Praxis für Neurostimulation:

 

Neben diesen klinischen Tätigkeiten engagiere ich mich seit 2018 im Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Interventionelle Psychiatrie:

 

Im Blog schreibe ich über die Grundlagen und die klinischen Anwendungen der Neuropsychiatrie und meine Reflexionen zu Kosmos, Gehirn und Geist. Die Themen reichen dabei von theoretisch-philosophischen Betrachtungen, natur- und geisteswissenschaftlichen Theorien über medizinisch-klinische Anwendungen bis zu Exkursen in Kunst und Kultur.

Fortlaufend bringe ich die Blogeinträge in eine systematische Ordnung. Dabei soll das Handbuch Neuropsychiatrie entstehen: